Die Krautfäule der Tomate ist eine der wichtigsten Krankheiten im Tomatenanbau, insbesondere im Gewächshausanbau. Der Erreger, hauptsächlich Myzel, überwintert in befallenen Pflanzenteilen. Bei geeigneten Umweltbedingungen infiziert der Erreger die Pflanze, und an den befallenen Stellen bilden sich Sporangien. Diese werden durch Wind und Regen verbreitet und keimen bei Feuchtigkeit schnell. Die Sporangien wachsen von den Blättern nach oben und bilden typischerweise einen Kern. Die Sporangien werden durch den Luftstrom auf umliegende Pflanzen übertragen und infizieren diese erneut. Auftreten und Verbreitung der Krautfäule hängen eng mit den klimatischen Bedingungen zusammen, und die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist wiederum eng mit den Anbaubedingungen und der Pflanzenresistenz verknüpft.
Landwirtschaftliche Prävention und Kontrolle
1. Zwischen verschiedenen Tomatensorten bestehen Unterschiede in der Krankheitsresistenz. Daher sollten krankheitsresistente Sorten beim Anbau bevorzugt werden. Darüber hinaus ist eine geeignete Sortenauswahl je nach Bodenbeschaffenheit und Standort zu treffen. Für den Freilandanbau sind spezielle Freilandsorten zu wählen; für frühreife Sorten sollten keine spätreifen Sorten verwendet werden; in feuchten oder regenreichen Gebieten sind hochresistente Sorten vorzuziehen.
2. Anbau und Krankheitsvorbeugung. Angemessene Anbautechniken sind unerlässliche agronomische Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen. Da die Krautfäule am ehesten bei hoher Luftfeuchtigkeit auftritt, sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:
(1) Saatgutaufbereitung: Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten bis ins kleinste Detail; das Saatgut ist ein wichtiger Desinfektionspunkt. Zuerst werden die Samen mit 70%igem Mancozeb-Netzmittelpulver 500-mal mit Flüssigkeit besprüht und anschließend 30 Minuten lang bei 55 °C in Wasser eingeweicht, um die Keimung nach Staunässe durch übermäßigen Regen zu gewährleisten.
(2) Mulchen beim Anbau: Durch das Mulchen von Tomaten kann sichergestellt werden, dass die Bodentemperatur und -feuchtigkeit erhalten bleiben, die Luftfeuchtigkeit reduziert wird und Bedingungen geschaffen werden, die dem Tomatenwachstum förderlich sind, das Eindringen von Bakterien verhindern, die Häufigkeit von Krankheiten verringern und somit das Ziel der Krankheitsvorbeugung erreicht wird.
(3) Angemessene Pflanzdichte: Je nach Sorte und Bodenfruchtbarkeit sollten 2000–2400 Pflanzen pro Acre gesetzt werden. Eine gute Belüftung und ausreichend Licht sorgen für gesundes Wachstum und erhöhte Widerstandsfähigkeit. Bei zu hoher Pflanzdichte stauen sich Pflanzen, Stängel, Blätter und Früchte gegenseitig, was zu Wasser- und Fettmangel, schwachem Wachstum, hoher Luftfeuchtigkeit, Bakterienbefall und Krankheitsanfälligkeit führt. Bei zu geringer Dichte hingegen wachsen die Pflanzen zwar robust, die Luftfeuchtigkeit ist niedrig und die Krankheitsresistenz gut, jedoch wird nicht der gewünschte Ertrag erzielt. Zusammenfassend lässt sich sagen: Bei unbegrenzt wachsender Pflanzendichte ist eine geringe, bei begrenzt wachsender Pflanzendichte eine hohe Pflanzdichte erforderlich.
(4) Düngung und Bewässerung: Während des gesamten Wachstums von Tomatenpflanzen, vom Auspflanzen der Sämlinge bis zur Blüte, muss die Bodenfeuchtigkeit schrittweise von 60 % auf 85 % erhöht werden, und zwar 60 % in der Sämlingsphase, 70 % in der Blütephase, 80 % zu Beginn der Wachstumsphase und 85 % in der Blütephase. Wie man so schön sagt: „Wasser macht die Ernte; Dünger macht die Ernte“. Eine sachgemäße Bewässerung ist entscheidend für die Abstimmung von Nährstoff- und Generativwachstum und somit für eine erhöhte Krankheitsresistenz. Düngung ist ein Schlüsselfaktor für den Anbau von Tomaten. Die Böden müssen mindestens mäßig fruchtbar sein und eine gute Bodenvorbereitung erfordern. Lockerer Boden ist wichtig. Zusätzlich sollten 1000–3000 kg hochwertiger Stallmist pro Mu (ca. 1000 m³) ausgebracht werden, davon 50 kg Phosphor (P) und 20 kg Kalium (K). Eine ausreichende Versorgung mit Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) ist für Ertrag und Qualität entscheidend. Nur die richtige Kombination dieser drei Schlüsselelemente stärkt die Krankheitsresistenz der Pflanzen, reduziert den Befall mit Krautfäule und maximiert den Ertrag. Im Gegensatz dazu schwächt eine falsche Dosierung von N, P und K die Resistenz der Tomaten, begünstigt die Ausbreitung von Krautfäule und beeinträchtigt Ertrag und Qualität.
(5) Licht- und Wärmebedingungen: Tomaten sind lichtbedürftige Pflanzen. Die Anbauflächen müssen optimal belichtet sein, da die Tomaten sonst dünn und schwach wachsen und leicht von Krankheitserregern befallen werden, was zu Krankheiten führt. Tomaten gedeihen am besten bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C. In meinem Landkreis herrschen günstige Bodenbedingungen mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 21 °C. In der Regenzeit, bei Winterfrost, Nebel und hoher Luftfeuchtigkeit können Krankheitserreger jedoch leicht eindringen und Krankheiten verursachen. Wird dies nicht rechtzeitig bekämpft, breitet sich die Krautfäule schnell aus. Daher ist eine rechtzeitige Vorbeugung und Bekämpfung durch Spritzen unerlässlich.
Sechs Blätter wurden gepflückt: Krautfäule tritt am häufigsten bei Regen, hoher Luftfeuchtigkeit, niedrigen Temperaturen und Nebel auf, insbesondere morgens und abends. Eine relative Luftfeuchtigkeit über 75 % und eine Temperatur zwischen 15 und 25 °C sind ebenfalls vorteilhaft. Um das Mikroklima im Feld zu verändern und die Luftfeuchtigkeit zu senken, sollten die unteren Blätter und überflüssigen, dichten Zweige entfernt werden. Dies gewährleistet eine gute Belüftung und Lichtdurchlässigkeit, zerstört den Lebensraum von Bakterien und beugt so dem Auftreten der Krankheit vor.
7. Fruchtfolge: Bei kontinuierlichem Anbau von Nachtschattengewächsen ist der Boden reich an Bakterien und daher anfällig für Krankheiten. Da Krankheitsrückstände auf dem Anbaufeld zu Beginn der Winterinfektion die Quelle für Krankheiten darstellen, müssen beim Ausgraben der Setzlinge nicht nur kranke Blätter und Früchte vom Boden entfernt werden, sondern es sollte auch eine Fruchtfolge von 2-3 Jahren mit Nicht-Nachtschattengewächsen eingehalten werden, um eine Ansammlung von Bakterien und damit ein plötzliches, starkes Auftreten zu vermeiden.
Physikalische Prävention und Kontrolle
Die physikalische Kontrolle umfasst die Anwendung physikalischer Methoden wie Windsichtung, Siebung, Wasserabscheidung und Schlamm-Wasser-Trennung, um gutes Saatgut auszuwählen. Alternativ kann das Saatgut in warmer Brühe eingeweicht werden, um das Wachstum und die Entwicklung von Bakterien zu hemmen und so Krankheiten vorzubeugen. Die Feldhygiene beinhaltet das Entfernen von Stängeln, Blättern, Früchten und anderen Pflanzenresten, die von Krankheiten befallen sind, sowie deren Verbrennen oder tiefes Vergraben. Dadurch wird die Anzahl der Bodenbakterien so weit wie möglich reduziert, das Risiko einer Infektion mit Krankheitserregern verringert und somit Krankheiten vorgebeugt und der Ertrag gesteigert.
Chemische Kontrolle
Tomatenkrankheiten traten in unserem Landkreis zu verschiedenen Zeitpunkten und Jahreszeiten während des Anbaus auf. Daher zeigten sich trotz ackerbaulicher und physikalischer Bekämpfungsmaßnahmen weiterhin Krankheitssymptome, die den Einsatz chemischer Bekämpfungsmittel und Pflanzenschutzmittel zur unterstützenden Bekämpfung erforderlich machten. Die Hauptziele der chemischen Bekämpfung sind: Vorbeugung und Kontrolle des Bakterienbefalls; Abtötung der Keime; Hemmung des Bakterienwachstums und der Bakterienentwicklung sowie Stärkung der Tomatenresistenz.
1. Bodenbehandlung: Tomaten bevorzugen ein neutrales Milieu; saure und alkalische Böden können durch die Anwendung von Branntkalk verbessert werden. Bodenbakterien stellen in unserem Landkreis eine große Bedrohung für den Tomatenanbau dar. Neben einer gründlichen Desinfektion des Saatbetts kann auch eine Breitbandfungizid-Desinfektion auf dem Feld durchgeführt werden, um die Krankheitserreger im Boden zu reduzieren (z. B. durch Bakterienpräparate, Zinkpräparate und andere Pestizide).
2. Sämling und Ernte: Nach dem Anwachsen der Pflanzen und dem Auftreten von Krautfäulesymptomen an Blättern, Stängeln und Früchten sollten diese zunächst künstlich entfernt werden. Hierfür eignet sich eine Spritzung mit 58%igem Harnstoff und Mangan-Zink-Netzmittel (500-fache Konzentration). Die Spritzung muss gleichmäßig und sorgfältig erfolgen, insbesondere während der Blüte bis zur Mitte des Wachstums, da dies kritisch ist. Während der frühen und späten Entwicklungsphase sollte die Krautfäule sorgfältig kontrolliert und rechtzeitig bekämpft werden, da ein Befall großen Einfluss auf Ertrag und Qualität hat. Werden zentrale Krankheitsstämme im Feld gefunden, können folgende Methoden und Mittel eingesetzt werden: Spritzverfahren: Im Frühstadium der Tomatenkrankheit kann eine 72,2%ige Pomelohydrochloridlösung (800-fache Konzentration) oder eine 72%ige Harnstoff-Mangan-Zink-Netzmittellösung (400-600-fache Konzentration) oder eine 64%ige Harnstoff-Mangan-Zink-Netzmittellösung (500-fache Konzentration) alle 7-10 Tage gespritzt werden, gefolgt von einer kontinuierlichen Behandlung von 4-5 Tagen. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus oder an bewölkten Tagen kann das Pulverspritzverfahren angewendet werden. Zur Bekämpfung von Stängelpilzen kann beispielsweise das Pulverspray Gerry Micro Powder 1 (50 % Alkylmorpholin-Netzmittel) eingesetzt werden, um eine bessere Wirkung zu erzielen. Bei Stängelpilzen kann eine hochkonzentrierte Flüssigbehandlung erfolgen, entweder als Blattspray oder als Stängelumhüllung. Die Behandlung sollte alle 7–8 Tage, 2–3 Mal hintereinander, durchgeführt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die Früchte 10 Tage nach der Behandlung nicht geerntet werden dürfen.
Veröffentlichungsdatum: 03.04.2019

